Man kann es kaum noch überhören: Künstliche Intelligenz ist in aller Munde. Sie verspricht Unternehmen erhebliche Effizienzgewinne, neue Geschäftsmodelle und steigende Umsätze. Gleichzeitig stellen sich zentrale Fragen: Welche Lösung passt wirklich zum eigenen Unternehmen? Welche Investitionen sind sinnvoll? Und wie hoch sind die tatsächlichen Kosten?
Der Markt für KI-Lösungen und deren Anbietern (z.B. SaaS) ist extrem laut, schnelllebig und volatil was dazu führt, dass Entscheidungen entweder vertagt oder vorschnell punktuelle Lösungen eingeführt werden, die später nicht skalierbar oder kompatibel sind. Wie also lässt sich fundiert entscheiden, wo KI echten Mehrwert schafft und welche Lösung strategisch sinnvoll ist? Hier kommt der KI-Manager ins Spiel: er sorgt für Struktur und erlaubt gezielte Investitionsentscheidungen.
KI-Manager: Noch keine etablierte Berufsbezeichnung
Das Berufsfeld des KI-Managers befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Es existieren bislang weder einheitliche Berufsstandards noch formelle Qualifikationsprofile, was dazu führt, dass Aufgaben und Verantwortlichkeiten je nach Branche, Unternehmensgröße und digitalem Reifegrad stark variieren. Verschiedene Bildungsträger wie die Industrie- und Handelskammern, Hochschulen oder private Weiterbildungsanbieter bieten bereits Zertifikatsprogramme an, deren Schwerpunkte jedoch sehr unterschiedlich sind. Dies zeigt, dass der Markt noch im Aufbau ist und sich die Rolle des KI-Managers erst etabliert. Dennoch zeigen die steigenden Anforderungen klar: Ein KI-Manager wird eine unverzichtbare Ressource für Unternehmen werden, die sich ernsthaft mit KI auseinandersetzen und Fehlinvestitionen vermeiden wollen.
Wegbereiter, Kümmerer & Umsetzer
Zu Beginn steht die zentrale Frage: Wo ist der größte Bedarf im Unternehmen, wo ist der Schmerz am deutlichsten spürbar? Der KI-Manager identifiziert gemeinsam mit den Fachbereichen relevante Use Cases und bündelt diese zu einer übergeordneten, unternehmensweiten KI-Strategie. Im nächsten Schritt werden die Potenziale systematisch analysiert. Welche Effizienzgewinne, Qualitätsverbesserungen oder neuen Geschäftsmodelle sind durch den Einsatz von KI realistisch erreichbar? Diese Potenziale werden in klar strukturierten Business Cases bewertet und priorisiert. Parallel dazu erfolgt eine erste Machbarkeitsanalyse, die skizziert, wie eine technische und organisatorische Umsetzung aussehen kann. Ein wesentliches Ziel ist es, Insellösungen zu vermeiden. KI-Initiativen dürfen nicht punktuell oder unkoordiniert entstehen, da sonst ein Tool Dschungel entsteht, der langfristig Komplexität und Kosten erhöht. Nach der Entscheidungsphase beginnt die eigentliche Umsetzungsarbeit. Der KI-Manager stellt sicher, dass aus strategischen Konzepten funktionierende Lösungen entstehen, die die definierten Erwartungen erfüllen und von den Mitarbeitenden aktiv genutzt werden. Er steuert interne und externe Stakeholder, koordiniert Dienstleister und überwacht Fortschritt, Budget und Zielerreichung. Für den Roll out definiert er MVPs, benennt Key User und etabliert strukturierte Feedback Schleifen. Dadurch werden Lösungen iterativ verbessert und nachhaltig im Unternehmen verankert. Der KI-Manager steuert also den gesamten Entstehungsprozess und sichert eine erfolgreiche Umsetzung.